Die Urheberin von „Haltungsgesundheit – die Tai Chi Methode nach Marie Hock-Westhoff“
in einem persönlichen Lebenslauf

Portrait von Marie Hock-Westhoff

Am 06. Oktober 1965 wurde ich in Pflaumheim bei Aschaffenburg geboren.

Meine frühen Jahre

Ab dem Alter von 12 Jahren begab ich mich schon auf eine lange erforschende, zunächst theoretische Reise durch die Alternativmedizin und die Naturheilverfahren, die Psychologie, Philosophie und die Soziologie. Ich wollte verstehen was dem Menschen helfen kann der zu werden, der er gedacht war zu sein, wie der Mensch tickt, was den Menschen ausmacht, wie man seinen inneren Kompass findet und was die Gesellschaft für Einflüsse auf die individuelle Personlichkeitsentwicklung hat. Ich hatte viele offene Fragen. 

Ganzheitsmedizin

Noch vor unseren Auslandsaufenthalten von 1994 – 2000 interessierte ich mich auch im Zuge einer natürlichen und ganzheitlichen Versorgung und Erziehung unserer beiden Kinder für Naturheilverfahren und Ganzheitsmedizin und machte sehr gute Erfahrungen bezüglich der Wirkungsweise an mir und meiner Familie bei meinem damaligen Heilpraktiker Peter Herdle in Aschaffenburg. Ich durchlief mehrere Praktika bei ihm in der Praxis und begann mich nun selbstständig in diesen Bereichen weiter zu bilden.

1993 absolvierte ich eine Ausbildung zur Fußreflexzonentherapeutin nach Eugenice Ingham bei Heilpraktikerin Ina Schäbler in Aschaffenburg. 

Vier Jahre auf den Philippinen

In Cebu 1996, im Alter von 31 Jahren eröffnete ich eine kleine eigene Praxis für Fußreflexzonentherapie und – als Außenstelle und in Rücksprache mit Peter und Christiane Herdle- für Homöopathie und Aura-Soma. Ich kam durch meine dortige Tätigkeit mit mich sehr bereichernden Menschen zusammen: chinesischen TCM-Medizinern, Geistheilern, Sehern, Kalimasata-Praktitionern u.a. und absolvierte dort eine Zusatzausbildung in Reiki 1 bei dem schwedischen, in Südafrika lebenden Ausbilder Staffan Fritzsche.

Damals verstand ich, dass alle energetische Arbeit den immer gleichen Grundprinzipen folgt, dass jedoch die Methoden und Anwendungen kulturell bedingt unterschiedlichen Einflüssen unterliegen. z.B die Chakrenlehre in Indien, die 5 Elementelehre und die Lehre vom Chi in China. Die Fußreflexzonentherapie in Amerika.  Ich hielt Vorträge über Farbheilkunde und Fußreflexzonentherapie, die inhaltlich auch gespeist wurden von eigenen praktischen Erfahrungen an meinen Klienten. 

Tai Chi Chuan und Qi Gong auf Cebu

Ab 1996 auf der philippinischen Insel Cebu sollte der Grundstein für meine jetzige Tätigkeit gelegt werden: Ich lernte den philippinischen Tai Chi Chuan Meister Benny Arnel Besa kennen. Bei ihm erlernte ich in mehr als 1500 Ausbildungsstunden die hohe Kunst des Tai Chi Chuan und Qi Gong.

Ich spürte, dass es genau dies war, was mir bisher zur eigenen Ganzwerdung und zu meinem Kohärenzgefühl gefehlt hatte: die praktische Körperarbeit! Ich wusste instinktiv, dass die Praxis des Tai Chi Chuan und Qi Gong das fehlende Puzzlesteinchen zu meiner ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung war. Mein theoretische Wissen in Verbindung mit der Praxis der Körperarbeit sind für mich verschmolzen zu einer ganzheitlichen Heilbehandlung an Körper, Geist und Seele. 

Als das Projekt meines Mannes in Cebu 2000 zu Ende war, ist unsere Familie wieder nach Aschaffenburg zurück gegangen. Meister Benny Arnel Besa nahm mir zum Abschied das Versprechen ab, die hohe Kunst des Tai Chi Chuan und Qi Gong in Deutschland verbreiten zu helfen.

Zurück in Aschaffenburg

2001 gründete ich meine Tai Chi Chuan und Qi Gong Schule Artoftaichichuan in Aschaffenburg, mit zunächst 2 Teilnehmerinnen und freute mich über eine ansteigende Zahl von Schülern. Zeitgleich wurde ich in einer Naturheilpraxis in Aschaffenburg angeworben als Fußreflexzonentherapeutin zu arbeiten und tat dies  bis zum Jahre 2014. Innerhalb dieser Arbeit entwickelte ich für Klienten mit bestimmten Erkrankungen Visualisierungs- und Fragetechniken, die ich während der Behandlung anwendete.

Erste Körperhaltungsanalysen

Im ersten Jahr meines Unterrichtens ergaben sich bei mir Knieprobleme während der Tai Chi Chuan Praxis. Mein Lehrer in Cebu gab mir für meinen eigenen Weg des Lernens die Empfehlung mit, alle Bewegungen stets zu analysieren. So begann ich verstehen zu wollen, warum ich nun Knie-Probleme durch meine Tai Chi Chuan-Praxis bekam und analysierte. Mir wurde klar, dass die oft übliche Anweisung „und wir sinken in die Knie“ eine andere Qualität in der Grundhaltung des Reiterstandes und Bogenstandes bewirkt, als wenn der Bewegungsbeginn des Sinkens von einer anderen Stelle im Körper heraus erfolgt.

Ich begann vom Becken aus zu sinken und die Verteilung der von oben kommenden Belastung  änderte sich schlagartig und die Knie blieben sofort unbehelligt. Ich begann, diese Erkenntnisse in meinen Unterricht mit einfließen zu lassen, individualisierte das Sinken, mit erstaunlichen Ergebnissen und entwickelte so den „individuelleuellen Bewegungsbeginn des Sinkens und Zurück-Sitzens in der Praxis des Tai Chi Chuan“. Diese Entwicklung meldete ich als Marke unter dem Namen  „Artoftaichichuan“ an. Nicht nur, dass ich an mir selbst spürte, dass sich eine ganzheitliche Veränderung bei mir einstellte, sondern auch bei meinen Teilnehmer/innen.

Meine Erkenntnis war, dass es hier zunächst um die energetische Verbindung der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte geht und weiterhin um die energetische Verbindung aller Gelenke miteinander, welche entscheidend zu einem ganzheitlichen Heilungsprozess beitragen können, da an den Gelenkstellen im Körper oft das Chi blockiert ist.

Die im Tai Chi Chuan übliche Orientierung an der Tragachse und an der Schwerkraft läuten tiefgreifende Prozesse zur Gesund-Werdung und Prävention im Menschen ein, dies durfte ich am eigenen Leib erleben. 

Die Grundlagenforschung

Um noch tiefer in die Kunst des Tai Chi Chuan und Qi Gong einzusteigen – es gab in dieser Zeit (2001) noch nicht in dem Maße die Wissensfülle und -Verbreitung über das Internet, wie wir es heute haben, auch nicht viele deutschsprachige Bücher über Tai Chi Chuan – orientierte ich mich an den 10 Tai Chi Chuan Prinzipien nach Yang Cheng Fu und entdeckte in gründlicher Erforschung bei mir selbst und meinen Teilnehmern, dass diese Prinzipien alles beinhalten, was ein Mensch braucht, um wirklich körperlich und geistig-seelisch in seine Mitte zu kommen.

Dieser Prozess ist ein intensiver Weg der Selbsterkenntnis und wird von mir immer tiefer erforscht und  an mir und meinen Schülern als sogenannte Korrekturen (ein im Tai Chi Chuan üblicher Begriff: „die immer währenden Korrekturen“) angewendet.

Ganzheitliche Haltungsgesundheit

Im Jahre 2011 habe ich schließlich mein erlerntes und erarbeitetes Wissen in einer einzigen Methode, der Methode Haltungsgesundheit (Grundgedanke zur Wortgebung: Gesundheit, die aus der Körperhaltung kommt) vereint. Mir wurde aufgrund meiner eigenen Geschichte bewusst, dass in der ganzheitlichen Heilwerdung eines Menschen möglichst kein Aspekt der Dreiheit Körper Geist und Seele außen vor gelassen werden sollte.

Hierfür habe ich ein Konzept entwickelt (die 13 Punkte, beschrieben auf der Seite „Ihr Termin„), mit der Menschen in einer Konsultation die auf der Seite „Methode“ beschriebene Ziele wieder erreichen können. Des weiteren habe ich ein Ausbildungskonzept entworfen, um weitere Körpertherapeuten auszubilden und diese Methode möglichst vielen Menschen zugute kommen zu lassen.

Und so ist es heute

Dank der Neurowissenschaften und der Erforschung von energetischer Arbeit an z.B. der Universität in Ulm über die Wirkungsweise von Akupunktur, ist heute bekannt, dass sich nichts mysteriöses hinter Körperarbeiten wie Yoga, Tai Chi Chuan, Qi Gong oder Osteopathie, Tuina etc. verbirgt.

Man kann kurz zusammengefasst sagen: Energie wird durch Bewegung innerhalb der Faszien im Körper weitergeleitet und z.B. weiß man heute: Akupunkturpunkte sind identisch mit Nervenschaltstellen im Gewebe. Aufgrund dieses erforschten Wissens erreichen diese Disziplinen mittlerweile immer mehr Menschen als Möglichkeit, Körper Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Heute sind viele meiner damaligen Fragen beantwortet, viele neue dazu gekommen und ich bin glücklich und dankbar über die Fügungen in meinem Leben.

Meinem 2019 verstorbenen Mann werde ich auf immer dankbar sein für seine liebevolle und praktische Unterstützung in meinem beruflichen und persönlichen Prozess, für seine Liebe und Geduld. Viele unserer Teilnehmer/innen kennen ihn als den ruhigen besonnenen Mann mit der Kamera, der all unsere Events begleitet hat.